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Eisenbahnfotos aus Österreich

Der ideale Auslösezeitpunkt
Online seit: 22.07.2009
Fototipps, Glossar - nächster | voriger

Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Kameras scheint die Frage: "Wann drücke ich bei einem schnell fahrenden Zug am besten den Auslöser?" deutlich an Bedeutung verloren zu haben - zumindest verlagert sich die Frage dahingehend - "Welches, der vielleicht 5 in Frage kommenden Fotos, ist das Beste?". Und jeder, der schon mit einer Kamera fotografiert hat, die mehr als 5 Bilder pro Sekunde schafft, wird bei der Bilder-Auslese beobachtet haben - die Wahl ist nicht so einfach!

Eine alte Zugfotografen-Theorie lautet für Bilder nach dem Motto "Zug in Landschaft" etwa so (moderne DSLR-Kameras erlauben etwas mehr Toleranz):
1. Begib dich zur Fotostelle und wähle im Sucher den besten Bildausschnitt.
2. Miss die geeignete Belichtungszeit/Blende aus, kalkuliere je nach Witterung und Tageszeit mit einem kurzfristigen Blendenwechsel. Die Lichtverhältnisse geben die Belichtungszeit vor und nicht der Zug oder der Hintergrund! Denn der Schnee soll im Winter weiß und nicht grau erscheinen, egal, ob ein dunkler oder heller Zug fotografiert wird. Gleichzeitig muss ein ICE vor einem dunklen Waldstück ebenso seine Helligkeit behalten ohne überstrahlt zu erscheinen.
3. Stelle den Fokus so ein, dass Lokomotive und Hintergrund gleichmäßig scharf erscheinen können (Scharfstellungspunkt im vorderen Zugdrittel bei Brennweiten unter 70 mm). Weit offene Blenden (niedrige Blendenzahl) ermöglichen zwar die kürzesten Belichtungszeiten, aber die Schärfentiefe ist sehr beschränkt und hinzu kommt, dass Objektive bei leichter bis mittlerer Abblendung (je nach Objektiv) deutlich schärfere Bilder ermöglichen als mit Offenblende (kleinste Blendenzahl). Also sollte man gerade soweit die Blende öffnen, dass die Bewegungsunschärfe unsichtbar bleibt - nicht mehr.
4. Schalte nun jegliche Kamera-Automatik aus und wähle / ermögliche die schnellstmögliche Auslöse-Frequenz (zB auch durch Bildgröße).
5. Wenn der Zug kommt, Kamera ruhig halten, nicht mitführen und wenn das Zugende im Sucher sichtbar wird, Auslöser durchdrücken, bis das führende Fahrzeug den gegenüberliegenden Bildrand erreicht hat.
Bei Kameras ohne Serienbildfunktion muss man natürlich taktieren und hoffen.
Das klassische Zugfoto wäre jenes, wo die beiden Zugenden etwa gleich weit vom Bildrand entfernt sind - bzw. bei Aufnahmen im Kurvenradius, ist das hintere Zugende der scheinbare Zugknick und nicht der letzte Wagen.

Die Realität:
- Masten und ihre Schatten: Gerade die Schatten sind schwer vorhersehbar und oft bildzerstörend. Die vorderen Masten und Mastschatten solllten sich günstig in die Wagenfolge einordnen, keine Wagen ungünstig zerschneiden, was oft erst am fertigen Foto beurteilt werden kann. Hat man es gar mit einer Mehrfachbespannung zu tun, braucht man schon eine recht große mastfreie Zone.
- Lichtreflexe: Noch schwerer kalkulierbar als Schattenwurf, da von Oberflächenform und Beschaffenheit abhängig. Erwartbare Lichtreflexe sind auch ein wesentlicher Grund, warum sowohl Belichtungsautomatik als auch Autofokus im Ernstfall ausgeschaltet bleiben sollen, die Kamera kann leicht auf strahlende Sonnenlicht-Reflexionen reagieren - selten zum Vorteil. Filter können hier zusätzlich helfen.
- Stromabnehmer: Die filigranen "Bügel" vertragen sich nicht gut mit unruhigem Hintergrund, wie einem Signal, einem Masten oder einem Hausdach unmittelbar dahinter. Sowas übersieht man leicht beim Fotografieren - am Foto stört es aber doch.
- angeschnittene Tafeln, Kilometersteine, Brückengeländer und dergleichen: Objekte, die in offensichtlich enger Beziehung zur Bahn stehen, sollten entweder ganz oder gar nicht sichtbar sein.
- Sonderereignisse: Ein Gegenzug, Autos, ein Vogel oder ähnliches huschen in das Foto herein. Wenn es nicht dazu passt, muss es irgendwie raus. Digitale Nachbearbeitung ist möglich, aber selten den Aufwand wert und nach wie vor bei vielen verpönt.
- Sucherbild und Ausgabe-Bild nicht deckungsgleich: Der Sucher zeigt meist nicht genau den Bildausschnitt, der am Bild erscheinen wird, sondern etwas mehr oder weniger. Man wird zwar aus Erfahrung klug - in der Hitze des Gefechtes vergisst man sowas mitunter.
- Wirkung und Bildharmonie: Am allerwichtigsten ist es, dass sich alle Bildteile gut ineinaderfügen. Dabei ist das "optimale" (theoriegemäße) Bild nicht unbdingt das Schönste.

Eine mögliche Strategie:
Immer etwas mehr aufs Bild packen als man insgeheim vorhat "darzustellen", indem man ein paar Schritte vom Fotostandpunkt nach hinten geht oder das Zoom auf eine kleinere Brennweite stellt. Somit eröffnet man sich beim Nachbetrachten und Nachbearbeiten einen Spielraum, der ein gut "zentriertes", gleichgewichtiges Bild ermöglicht. Mit einigen Zusatzvorteilen:
1. Da viele Objektive an den Bildrändern deutlich schlechtere Ergebnisse liefern als im Zentrum, kann man sich dieser Teile entledigen, indem man nur die inneren 80-95% des Bildes verwertet.
2. Schiefe Fotos lassen sich nur gerade rücken, wenn "außen" Bildinformation zur Verfügung steht. Manchmal ist es auch sinnvoll oder stilvoll, bewusst das Foto leicht zu drehen, um es an einem Objekt nachträglich auszurichten (oder umgekehrt).
3. Viele Zugfotografen tendieren anfangs dazu, zu nah am Zug zu sein. Ein gutes Eisenbahnbild verbraucht selten 60-80% der Bildfläche für den Zug - 10-30% der Fläche wirken freundlicher und ausgewogener.

All das gilt natürlich nicht für Tele-Aufnahmen, Bahnhofs-Szenen, Effekt-Aufnahmen, Typenfotos usw. Wenn jedoch der Blick durch diese grundlegenden Gesichtspunkte geschärft ist, ist man sicher in der Lage, mehr aus seinen Fototouren herauszuholen - was auch immer man dabei vorhat.
Viel Erfolg!

Galerie-Bilder von Tagab Rc2 010, 1044.053, 1043.010:
am Foto: Tagab Rc2 010 mit Gemischten Güterzug in Schweden am Foto: 1044.053 vor 1043.002, sowie 1043.010 mit Phosphatzug am Foto: 1043.010 plus 1043.006 sowie 1044.290 mit Gemischten Güterzug am Foto: 1043.010 im Valousek-Design (Faak am See)

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1010.003 mit R 3565, Eben im Pon
LTE 182.570 mit G 47981, Kimplin
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