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STRASSENBAHN-AKTUELL
Neues von Österreichs Straßenbahnen
aus Wien, Linz, Graz, Innsbruck und Gmunden
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| 28.08.2010: Besuch im dänischen Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm |
In drei Städten Dänemarks gab es einst Straßenbahnetze, heute existiert kein einziges mehr. Als erster Betrieb wurde jener von Odense bereits 1952 eingestellt. Knapp 20 Jahre später folgte 1971 das kleine meterspurige Netz von Århus. Schließlich fuhr am 22. April 1972 der letzte Zug der Linie 5 in Kopenhagen und damit die letzte Straßenbahn Dänemarks überhaupt.
Sechs Jahre vergingen, bis im Mai 1978 in der idyllischen Hügellandschaft 65 km südwestlich von Kopenhagen das privat geführte und von Freiwilligen betreute Sporvejsmuseet Skjoldenæsholm (Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm) öffnete. Die Fahrzeugsammlung umfaßt mittlerweile fast 100 Straßenbahnwagen, aber auch Trolley- und historische Autobusse. Ein beträchtlicher Teil davon kann aus Platzgründen nicht an Ort und Stelle untergebracht werden und ist an verschiedenen Orten hinterstellt. Die Exponate stammen natürlich zur Hauptsache aus den drei ehemaligen Betrieben des Landes, es sind aber auch Wagen aus Belgien, Deutschland, Norwegen, Schweden, der Schweiz und Australien vorhanden. Selbst eine grobe Zusammenfassung des Bestandes würde den Rahmen dieses Reiseberichtes sprengen, Interessenten seien auf den Weblink am Ende des Textes hingewiesen.
Die Gleisanlage in Normalspur führt vom eigentlichen Museumsgelände über rund 1,8 km in einem leichten Einschnitt durch Wiesen und Wälder. An beiden Enden befinden sich Gleisschleifen, sodaß Beiwagenbetrieb möglich ist. Auf der wesentlich kürzeren Meterspursektion werden die Besucher vom Kfz-Parkplatz zum Ausstellungsgelände gebracht. Ähnlich dem Museum am Schönberger Strand bei Kiel ist die Fahrleitungsanlage für kombinierten Betrieb mit Rollen- bzw. Stangen- und herkömmlichen Stromabnehmern ausgelegt. Näheres dazu bei den Bildbeschreibungen. Die gezeigten Fotos entstanden beim diesjährigen "Traffic - Weekend" am 31. Juli und 1. August mit 5-Minuten-Intervall auf der Hauptstrecke und häufig wechselndem Wagenauslauf.
 Wagen 1 der ehemaligen Meterspur-Straßenbahn Århus (gebaut 1945 durch Københavns Sporveje) wendet auf dem Ausstellungsgelände zur Rückfahrt zum Parkplatz.
 Sehr beliebt bei den Besuchern ist die Mitfahrt im ersten Stock des Kopenhagener Wagens 22 (gebaut 1900 durch F.C. Schultz), hier mit dem offenen Beiwagen 389 (Scandia 1909) auf der Überlandstrecke. Sie ist zum Teil zweigleisig angelegt und verfügt über einige Haltestellen. Im eingleisigen Teil befindet sich eine Ausweiche. Die Zugfahrten werden durch eine selbst konstruierte Signalanlage gesichert. Mit der Betriebsnummer 50 befindet sich ein weiterer Doppelstockwagen aus Kopenhagen mit Baujahr 1915 in der Sammlung. Dessen Oberdeck ist als Besonderheit nur zur Hälfte überdacht. Leider war dieses Fahrzeug zum Besuchszeitpunkt nicht einsatzfähig. In Kopenhagen waren bis zur Einstellung Rollenstromabnehmer üblich. Der Sockel der Stange des Wagens 50 befindet sich samt Drehgelenk auf Augenhöhe, alle erreichbaren Teile sind selbstverständlich isoliert. Aus Sicherheitsgründen sind stehende Fahrgäste in offenen Bereich nicht gestattet. Ein Foto ist auf der Homepage des Museums unter "Museum Fleet (Standard Gauge)" zu finden.
 Die Kopenhagener Garnitur 575 + 1578 (Bj. 1938 bzw. 1941, Eigenbau Københavns Sporveje) hat in der Anfangshaltestelle Aufstellung genommen. Sie ist authentisch als Touristentramway besteckt. Diese Fahrzeugtype zeichnet sich durch extrem weiches Laufverhalten und gute Beschleunigung aus.
 DÜWAG-Wagen 2412 der Rheinischen Bahngesellschaft AG Düsseldorf (museumsintern auf deutsch übersetzt als Christkindlstraßenbahn tituliert...). Mehrere gleichartige Wagen wurden Kopenhagen 1957 - 58 für Probezwecke zur Verfügung gestellt, worauf der Betrieb ab 1960 100 Stück dieser Sechsachser beschaffte. Nach der Einstellung wurden sie in großem Stil nach Alexandria in Ägypten verkauft. Zwei davon holte das Museum 2001 zurück, die Aufarbeitung eines Fahrzeuges in der ursprünglichen Kopenhagener Ausführung ist im Gange. Die erste Haltestelle nach dem Ausstellungsgeläde ist von einem Golfplatz umgeben und bietet nicht zuletzt durch den künstlich angelegten Teich im Vordergrund gute Fotomöglichkeiten. Das Betreten des Golfgeländes wird durch den Betreiber jedoch nur geduldet und erfolgt wegen der Gefahr durch fliegende Golfbälle auf eigenes Risiko.
 Der mit einer Länge von 8,15 m äußerst handliche Wagen 12 aus Odense (gebaut 1913 durch ASEA), wo herkömmliche Lyrabügel verwendet wurden.
 Auf dem vorigen Foto im Hintergrund, hier in voller Ansicht am oben erwähnten Fotoplatz: Der ganze Stolz des Museums ist der Wagen der Type SW6, Nr. 965 des Melbourne & Metropolitan Tramways Board (gebaut 1950). Er wurde dem dänischen Kronprinzenpaar im Jahre 2005 zum Geschenk gemacht. Prinzessin Mary arbeitete von 1996 bis 2002 in der australischen Stadt. Im Rahmen einer entsprechenden Zeremonie nahm das Paar das ausgefallene Geschenk am 23. Mai 2006 im Museumsgelände persönlich entgegen. In Melbourne wird - analog den Gepflogenheiten in den USA - das System des Stangenstromabnehmers verwendet.
 Wagen 3657 der HHA (Hamburger Hochbahn AG, betrieb auch die 1978 eingestellte Straßenbahn, Falkenried 1952). Er ist naturgemäß bei Besuchern aus Deutschland sehr beliebt und wird in Skjoldenæsholm unter anderem von einem deutschen Straßenbahnfreund betreut. Sein fein abgestufter Nockenfahrschalter gestattet zügige Fahrweise mit gutem Beschleunigungs- und Bremsverhalten. Das Argument, die Straßenbahn sei in Hamburg ein Verkehrshindernis gewesen, ist daher in keinster Weise nachvollziehbar.
Weblink:Straßenbahnmuseum Skjoldenæsholm
Fotos und Text: mosw |
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| 24.08.2010: Museumsbahnen am Schönberger Strand |
Knapp 25 km nordöstlich von Kiel befindet sich nahe des Ostseestrandes in Schönberg Deutschlands einziges Museum mit Eisenbahn- und Straßenbahnbetrieb. Ein Besuch Ende Juli bot einen Einblick in die Straßenbahnsammlung. Sie konzentriert sich vor allem auf Fahrzeuge aus nord- und mitteldeutschen Städten. Vom Betrieb aus Kiel sind fünf schmalspurige Triebwagen der Baujahre 1900 bis 1957 und zwei Beiwagen vorhanden – drei dieser Fahrzeuge stammen ursprünglich aus Lübeck. Im Fahrgastbetrieb wird der Großraumtriebwagen 241 eingesetzt, gebaut 1957 bei der Düsseldorfer Waggonfabrik AG (DÜWAG). Da diese Betriebe (seit Jahrzehnten eingestellt) in 1100 mm Spurweite angelegt waren, ist die rund 1,2 km lange Gleisanlage (Rundkurs mit Wendeschleifen und Gleisdreieck) fast durchgehend in Dreischienenbauweise zusammen mit der Normalspur ausgeführt.
Von der Hamburger Straßenbahn, die mit einer Abschiedsveranstaltung am 1. Oktober 1978 eingestellt wurde, sind 17 Wagen erhalten. Dazu zählen der älteste betriebsfähige mit der Nr. 656 und dem Baujahr 1894, Wagen aus den zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren sowie die Großraumtriebwagen der fünfziger Jahre, die den Abschluss der dortigen Entwicklung bildeten. Als Besonderheit hielt Hamburg bis zuletzt an den Rollenstromabnehmern fest, heute kann diese Technik in Deutschland nur mehr in Schönberg im Fahrgastbetrieb gezeigt werden. Weil die Fahrzeuge der anderen Betriebe herkömmliche Scherenbügel aufweisen, ist die Fahrleitungsanlage für beide Systeme ausgelegt.
Aus Hannover hat das Museum einen Zug der "Stahlwagen"-Serie von 1928-30 erhalten – der Triebwagen Nr. 202, weiters gibt es zwei baugleiche Wagen aus Berlin mit Baujahr 1929 sowie einen offenen Sommerbeiwagen, der auf einem aus 1910 stammenden Fahrgestell eines geschlossenen Münchner Beiwagens aufgebaut wurde.
 Fotoaufstellung mit den Hamburger Wagen 656 (im Text beschrieben) und 2970 (Baujahr 1937, beide Waggonfabrik Falkenried) sowie dem Kurvenschmierwagen 354 aus Kiel (Baujahr 1908, ebenfalls Waggonfabrik Falkenried). Die komplizierte Anlage der Gleise und der Fahrleitung mit teils doppelter Führung der Drähte ist ansatzweise zu sehen.
br> Der Hamburger Wagen 3006 (Type V2, Falkenried 1928) bei der Schleifenfahrt.
 Schmalspuriger DÜWAG-Triebwagen 241 der ehemaligen Straßenbahn Kiel auf dem kurzen eingleisigen Abschnitt. In der Spurweite 1100 mm ist nur eine der beiden Gleisschleifen befahrbar, der andere Fahrtrichtungswechsel wird über ein Gleisdreieck bewerkstelligt. Links im Hintergrund ist der Bahnhof der unmittelbar anschließenden Museumsbahn erkennbar.
 Als Beispiel für die Eisenbahnsammlung soll hier ein Wismarer Schienenbus (vulgo "Schweineschnäuzchen") gezeigt werden, der als T2 im Dezember 1936 zu einem Preis von 29.700,- Reichsmark an die ehemalige Bleckeder Kleinbahn geliefert wurde, welche später in der Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) aufging. In der ursprünglichen Ausführung trieb ein (damals) handelsüblicher Ford BB Benzinmotor zu 50 PS über ein gewöhliches Schaltgetriebe die jeweils vorn laufende Achse an. Der Stauraum für Gepäck und Fracht befindet sich im Freien auf dem Dach und seitlich der Motorvorbauten. Das Fahrzeug ist bereits seit 1985 bei der Museumsbahn in Betrieb. Weblink der Museumsbahn
Bericht & Fotos: mosw
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| 12.08.2010: Die Straßenbahn von Olomouc (Olmütz) |
Der Straßenbahnbetrieb im tschechischen Olomouc (Olmütz) zählt neben den Betrieben in Most und Pilsen zu den kleineren im Lande. Aktuell verkehren 5 Linien mit einer Gesamtlänge von ca. 30km. Für den Betrieb stehen 61 Straßenbahnwagen unterschiedlichster Bauart zur Verfügung. Neben den klassischen Tatra T3 in diversen Modernisierungsvarianten wurden in den letzten Jahren auch einige neue Niederflurwagen angeschafft. Betreiber des Netzes ist die Dopravní podnik mesta Olomouce a.s. (DPMO), eine AG deren einziger Aktionär die Stadt Olomouc ist.

Die Tatra Wagen der Type T3 verkehren in unterschiedlichsten Versionen. Folgende Untertypen kann man in Olomouc antreffen: T3, T3SUCS, T3M4, und T3R.P. T3R.P 148 war am 04.07.2010 auf der Linie 2 im Einsatz und konnte in der Palackeho ulica fotographiert werden

T3M4 152 verkehrte am selben Tag auf der Linie 1, die Aufnahme entstand in der Wolkerova ulica. Am Wochenende kommen die T3 meist solo zum Einsatz, unter Woche kann man diese auch in Doppeltraktion antreffen

Von den Skoada Wagen der Type Astra (Skoda 03T) wurden 1999 insgesamt 4 Stück geliefert. Triebwagen 204 verkehrt hier auf der Linie 7, das Foto entstand in der reizvollen Altstadt wo noch Aufnahmen mit Kopfsteinplaster möglich sind

Die Inekon Trio sind nur mit 3 Stück vertreten, geliefert wurden diese 2006. Wagen 207 ist ebenfalls auf der Linie 7 im Einsatz und passiert soeben den trida Svobody.

Wie in anderen tschechien Betrieben verkehren auch in Olomouc Niederflurwagen der Typen Vario LF.E und Vario LFR.E. Während für die Vario LFR.E Spenderfahrzeuge in Form eines T3 dienten sind die Vario LF.E komplette Neubauten. Vario LF.E 252 erreicht hier als Linie 4 soeben den Hlavni Nadrazi (Hauptbahnhof) |
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| 26.07.2010: Brünner Strassenbahn Sichtungen |

T3 1590 + T3 1511, Linie 1, Brno Moravske Namestie, 04.07.2010

K2P 1023, Linie 6, Brno Kravolo Pole nadrazi, 04.07.2010

KT8D5N 1734, Linie 8, Brno Vinohrady, 04.07.2010

Anitra 1818, Linie 9, Brno Certova rokle, 04.07.2010

Skoda 13T 1909, Linie 6, Brno Kosmova ulica, 04.07.2010
 VarioLF2R.E 1093, Linie 9, Brno sever, 04.07.2010
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